Freitag, 19. Januar 2018

Wortlos & Rand der Metaphern

Und ich finde die Worte nicht, ich finde einfach die Worte nicht.
Denn wann immer ich draußen bin, weg von allem, kommen tausend Worte in mich rein und füllen mich mit sich an, dass ich sie nicht mehr trennen kann. Doch wenn ich dann alleine bin und mit Stift vor Papier sitze - leeres weißes Blatt - ist kein Wort mehr da. Alles ist leer.
Ich spüre, wie ich zerbreche, erst innerlich, dann äußerlich. Bald kann man den ersten Bruch sehen, wo es wieder beginnt. Und ich sehe nur dem stetigen Verfall zu und warte auf die Worte, die kommen und gehen. Und wenn sie kommen, will ich sie festhalten, mit all meiner Kraft, doch sie bleiben nie. Und immer wieder gehen sie fort und nehmen ein Stück von mir mit sich. 
Und so verliere ich langsam mich.



Ich mochte stets mein Weltbild mit dem Erdloch, der Wiese und dem Himmel, das ich einst in mein Tagebuch malte. Je nachdem in welcher Lage ich mich befinde, kann ich einordnen, wo ich in dieser Welt bin. Mal stehe ich auf der Wiese, oder liege im Gras. Das Glück lässt mich abheben und im Himmel schweben, zwischen den Wolken hindurch. Und an den dunklen Tagen bin ich im Erdloch und springe herum, um wieder hinauf zu kommen. 
Doch gestern wurde mir klar, dass ich mich vielleicht all die Zeit irrte. Was wäre wenn ich das Erdloch nie verließ? Wenn ich, als ich damals in ihm landete, einfach aufgab, die Augen schloss und nur in meiner Vorstellung entkam? Wenn alles, was seitdem war, ich nur erträumte? 
Am Rand der Metaphern wartet die Angst vor der Wahrheit.

Freitag, 5. Januar 2018

Von Luft und Liebe leben

Über die Feiertage habe ich zugenommen. Heute war wieder Waage-Tag und die +1,5 sind zwar äußerst deprimierend, aber irgendwie erträglich. Generell ist gerade alles etwas besser. Ich lebe zur Zeit von Luft und Liebe und das ist schön und gefährlich zugleich. Denn ohne Nahrung kann ein Mensch nicht lange überleben, das habe ich bereits am eigenen Leib erfahren. Und ich habe es bei anderen oft genug gesehen. Doch denen geht es jetzt besser und mir auch, oder? 
Und da ist dann noch er. Wir sind jetzt zusammen. Ich war Single und bin es jetzt nicht mehr und das ist schön und gefährlich zugleich. Ich bin seins, er ist meins und das Leben könnte so schön sein. Wären da nicht die 1,5 mehr, die mich fertig machen. Wäre da nicht die Angst, sie nicht wieder los zu werden. Die Therapie hat gestern begonnen und vielleicht könnte sie diesmal wirklich funktionieren. Wenn ich das will. Doch darüber mag ich mir gerade keine Gedanken mache. Ebenso wenig über den ständigen Schwindel und darüber, dass ich an Neujahr auf dem Boden der Tanzfläche lag und mir ein Türsteher ins Gesicht leuchtete. Ich bin gerade nicht besonders reflektiert und das macht mir ebenso viel Angst wie Hoffnung. Und das schlimmste ist, dass ich selbst darüber zu wenig reflektiere. Ob ich also nach dem momentanen Anlauf nehmen abhebe oder im Erdloch lande ist ungewiss und ich kann es nicht vorhersehen. Aber Luft und Liebe schmecken zu gut, um auf sie zu verzichten und wer braucht da schon Gedanken und Reflexionen?