Mittwoch, 8. November 2017

Kontinuität und Tagesformen

Und da ist er, tatsächlich ein guter Tag, naja, zumindest ein guter Moment. 
Ich sitze in der Vorlesung und mache mir Notizen. Ich studiere. Wenn das Leben immer so wäre wie jetzt, denke ich mir, wäre alles gut. Doch das Leben spielt anders. Da muss ich nur auf gestern oder morgen schauen. 
Doch das tue ich nicht oder sehr selten. Wie oft lebe ich im Augenblick, in dem Tag, dem Datum, ohne einem Blick für all die anderen Tage? Oft, eigentlich immer. Aber anders kann ich es nicht, kann es mir nicht mal vorstellen. 

Bei mir hängst alles an der Tagesform. Von ihr hängt ab, ob ich lebe, funktioniere oder dahinvegetiere. Das alles tue ich im Wechsel, ohne je das Gefühl zu haben, etwas daran ändern zu können. Ich finde ja nicht einmal die Ursprünge davon. 
Kontinuität gibt es bei mir nicht. Nicht mal einen Text kann ich in einem Stück schreiben. Den Anfang heute Mittag geschrieben sitze ich jetzt abends bei einem Poetry Slam und versuche, ein Ende zu finden.

Der Tag ist gut geblieben. Ich habe heute keine dysfunktionalen Verhaltensweisen gezeigt. Das klingt irgendwie viel besser als speifrei sein, aber es ist das gleiche gemeint.  
Und trotz allem, obwohl heute gut war und es doch einfach so weiter gehen könnte, fürchte ich das Morgen. Denn Kontinuität gibt es bei mir nicht und alles hängt von der Tagesform ab, und auch wenn ich nicht weiß, wie ich diese kontrollieren kann, weiß ich, dass ich es bereuen werde, heute einen schönen Abend gehabt zu haben, denn solche Abende sind auch lang und wenig Schlaf tut mir nicht gut...

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